Wirkstoff / Wirkstoffgruppe: Safinamid / MAO-B-Hemmer
Wofür eingesetzt (Indikation): Safinamid ist ein moderner MAO-B-Hemmer, der gleich zwei Wirkmechanismen hat. Einerseits hemmt er – wie Rasagilin und Selegilin – das Enzym Monoaminoxidase-B (MAO-B), das im Gehirn für den Abbau von Dopamin verantwortlich ist. Dadurch steht mehr Dopamin zur Verfügung, und die typischen Parkinsonsymptome wie Bewegungsverlangsamung, Steifigkeit und Zittern bessern sich. Zusätzlich beeinflusst Safinamid den Glutamat-Stoffwechsel, was dazu beitragen kann, Überbewegungen (Dyskinesien) zu reduzieren, die im Verlauf einer längerfristigen Levodopa-Therapie auftreten.
Einnahme und Dosierung: Safinamid wird als Tablette einmal täglich eingenommen.
- Die Behandlung beginnt mit 50 mg pro Tag. Wenn nötig, kann die Dosis auf 100 mg pro Tag gesteigert werden. Die Einnahme erfolgt unabhängig von den Mahlzeiten und möglichst immer zur gleichen Tageszeit.
Besonderheiten: Safinamid wird in der Regel nicht als Monotherapie, sondern zusätzlich zu Levodopa eingesetzt, um Wirkungsschwankungen („On-Off-Phänomene“) abzumildern. Durch die Kombination seiner beiden Wirkungen kann es sowohl die Wirksamkeit von Levodopa verlängern als auch Dyskinesien verringern, was es besonders im fortgeschrittenen Krankheitsstadium wertvoll macht.
Wichtige Wechselwirkungen: Die wichtigste Wechselwirkung besteht mit Medikamenten, die den Serotoninspiegel erhöhen (Antidepressiva, bestimmte Schmerzmittel). In Kombination droht ein Serotoninsyndrom mit Symptomen wie Fieber, Zittern, Unruhe, Muskelsteifigkeit und Verwirrtheit. Auch andere Parkinsonmedikamente wie Levodopa können in Kombination mit Safinamid stärkere Bewegungsstörungen verursachen, sodass die Dosis angepasst werden muss.
Kontraindikationen: Safinamid darf nicht eingenommen werden bei schweren Lebererkrankungen oder zusammen mit bestimmten Antidepressiva (SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva). Auch Schmerzmittel wie Tramadol oder Pethidin sind kontraindiziert, da sonst ein gefährliches Serotoninsyndrom entstehen kann.
Häufige Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. In Kombination mit Levodopa können Überbewegungen auftreten oder sich verstärken. Manche Patienten berichten über Sehstörungen oder Rückenschmerzen. Insgesamt wird Safinamid meist gut vertragen.
Warnzeichen: Patienten sollten ärztlichen Rat suchen, wenn sie eine deutliche Zunahme von Überbewegungen bemerken unter anhaltenden Schlafstörungen oder Halluzinationen leiden oder plötzlich auftretende Sehstörungen entwickeln.
Zusammenfassung: Safinamid ist ein moderner MAO-B-Hemmer, der nicht nur den Dopaminabbau hemmt, sondern auch den Glutamat-Stoffwechsel beeinflusst. Dadurch kann es Parkinsonsymptome bessern und gleichzeitig Überbewegungen unter Levodopa reduzieren. Es wird vor allem im fortgeschrittenen Krankheitsstadium in Kombination mit Levodopa eingesetzt. Wichtig sind die Beachtung von Wechselwirkungen mit Antidepressiva und Schmerzmitteln sowie eine ärztliche Kontrolle bei neuen Bewegungsstörungen oder Schlafproblemen.
Die Inhalte (Stand 09/2025) dienen der allgemeinen Information, erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Nehmen Sie Medikamente nur nach Verordnung ein und setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Bei akuten Beschwerden oder Warnzeichen wenden Sie sich bitte umgehend an ärztliche Hilfe.