Wirkstoff / Wirkstoffgruppe: Segelin / MAO-B-Hemmer
Wofür eingesetzt (Indikation): Selegilin ist ein MAO-B-Hemmer, der den Abbau von Dopamin im Gehirn hemmt. Dadurch wird die Wirkung des vorhandenen Dopamins verstärkt, und typische Parkinsonsymptome wie Bewegungsverlangsamung, Steifigkeit und Zittern bessern sich. Es kann sowohl im Frühstadium als Monotherapie als auch in Kombination mit Levodopa im späteren Verlauf eingesetzt werden, um die Wirkdauer von Levodopa zu verlängern und Wirkungsschwankungen zu reduzieren.
Einnahme und Dosierung: Selegilin wird als Tablette eingenommen. Die Behandlung beginnt meist mit 5 mg pro Tag. Bei Bedarf kann die Dosis auf 10 mg pro Tag gesteigert werden, verteilt auf eine oder zwei Einnahmen. Wichtig: Selegilin sollte morgens oder spätestens mittags eingenommen werden, da es sonst zu Schlafstörungen führen kann.
Besonderheiten: Selegilin ist einer der ältesten MAO-B-Hemmer und bewährt in der Parkinsontherapie. Ein Vorteil ist, dass es die Wirkung von Levodopa verlängern kann und so Wirkungsschwankungen glättet. Es hat zudem leichte antriebssteigernde Effekte, die bei manchen Patienten positiv wirken. Ein Nachteil ist die höhere Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen, weshalb die Einnahme am Abend vermieden werden sollte.
Wichtige Wechselwirkungen: Die wichtigsten Wechselwirkungen bestehen mit Medikamenten, die den Serotoninspiegel erhöhen. Dazu zählen Antidepressiva und einige Schmerzmittel. In Kombination droht ein Serotoninsyndrom mit Fieber, Muskelzittern, Verwirrtheit und Kreislaufproblemen. Auch Alkohol kann die Nebenwirkungen wie Schwindel und Schlafstörungen verstärken.
Kontraindikationen: Selegilin darf nicht eingenommen werden bei schweren Herzrhythmusstörungen, Psychosen, Lebererkrankungen oder in Kombination mit bestimmten Antidepressiva (z. B. SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva). Auch Schmerzmittel wie Tramadol oder Pethidin sind tabu, da sonst ein gefährliches Serotoninsyndrom entstehen kann.
Häufige Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Schlafstörungen. In Kombination mit Levodopa kann es zu Überbewegungen (Dyskinesien) kommen. Manche Patienten berichten über Herzrasen oder Blutdruckschwankungen.
Warnzeichen: Patienten sollten zeitnah ärztlichen Rat einholen, wenn sie unter anhaltender Schlaflosigkeit, starker innerer Unruhe oder Herzrasen leiden, Halluzinationen oder Verwirrtheit entwickeln, oder unkontrollierbare Bewegungen bemerken, die neu auftreten oder sich verstärken.
Zusammenfassung: Selegilin ist ein bewährtes Parkinsonmedikament, das Dopamin länger verfügbar macht und vor allem in Kombination mit Levodopa Wirkungsschwankungen reduzieren kann. Es ist gut wirksam, birgt aber das Risiko für Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen. Besonders wichtig ist die Vermeidung von gefährlichen Wechselwirkungen mit Antidepressiva und bestimmten Schmerzmitteln.
Die Inhalte (Stand 09/2025) dienen der allgemeinen Information, erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Nehmen Sie Medikamente nur nach Verordnung ein und setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Bei akuten Beschwerden oder Warnzeichen wenden Sie sich bitte umgehend an ärztliche Hilfe.