Wirkstoffgruppe: Opioide (Kombination aus Oxycodon und Naloxon)
Wofür eingesetzt (Indikation): Opioide sind eigentlich starke Schmerzmittel, können aber auch beim Restless-Legs-Syndrom wirksam sein. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn alle anderen Therapieoptionen wie Dopaminagonisten oder Alpha-2-Delta-Liganden nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden. Besonders die Kombination aus Oxycodon und Naloxon (Targin®) wird empfohlen, weil Naloxon die typischen opioidbedingten Nebenwirkungen im Darm, insbesondere Verstopfung, abmildert. Eingesetzt werden Opioide bei schwerem oder therapieresistentem RLS, wenn die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist.
Einnahme und Dosierung: Oxycodon/Naloxon wird in Tablettenform eingenommen, meist ein- bis zweimal täglich. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise gesteigert wird. Übliche Dosierungen liegen bei 5/2,5 mg bis 20/10 mg Oxycodon/Naloxon pro Tag. Die Einnahme erfolgt regelmäßig, unabhängig von den Mahlzeiten. Wichtig ist, dass die Dosierung individuell angepasst wird, um Beschwerden zu lindern, aber Nebenwirkungen zu vermeiden.
Besonderheiten: Ein Vorteil von Opioiden ist, dass sie auch dann noch wirksam sein können, wenn andere Medikamente versagen. Zudem verbessern sie häufig den Schlaf und die allgemeine Lebensqualität deutlich. Allerdings besteht bei längerer Einnahme die Gefahr einer Gewöhnung oder Abhängigkeit, weshalb die Behandlung streng kontrolliert wird und nur für Patienten vorgesehen ist, bei denen andere Therapien nicht ausreichend wirken.
Wichtige Wechselwirkungen: Opioide verstärken die Wirkung von Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Alkohol, was zu gefährlicher Atemdämpfung führen kann. Außerdem können sie mit Medikamenten gegen Depressionen oder Psychosen interagieren und deren Wirkung beeinflussen.
Kontraindikationen: Pregabalin darf nicht eingesetzt werden bei schwerer Nierenfunktionsstörung, ohne dass die Dosis angepasst wird. Auch hier gilt Vorsicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Nebenwirkungen: Oxycodon/Naloxon darf nicht eingesetzt werden bei schweren Atemwegserkrankungen, akuter Vergiftung durch Alkohol oder Beruhigungsmittel, unbehandelten Magen-Darm-Verschlüssen oder bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe.
Warnzeichen: Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Naloxon reduziert zwar das Risiko für Verstopfung, schließt es aber nicht vollständig aus. Weitere mögliche Beschwerden sind Schwitzen, Juckreiz oder Stimmungsschwankungen.
Zusammenfassung: Opioide wie Oxycodon/Naloxon sind eine wirksame Option bei schwerem oder therapieresistentem Restless-Legs-Syndrom, wenn andere Medikamente versagen. Sie können Beschwerden und Schlafstörungen deutlich bessern, bergen jedoch Risiken wie Abhängigkeit, Atemdämpfung und Verdauungsprobleme. Deshalb werden sie nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt und gelten als Reservetherapie.
Die Inhalte (Stand 09/2025) dienen der allgemeinen Information, erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Nehmen Sie Medikamente nur nach Verordnung ein und setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Bei akuten Beschwerden oder Warnzeichen wenden Sie sich bitte umgehend an ärztliche Hilfe.