Die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms (RLS) richtet sich nach der Schwere der Beschwerden und verfolgt das Ziel, die unangenehmen Missempfindungen in den Beinen zu lindern und den Schlaf zu verbessern.
Bei leichten Formen können oft schon nichtmedikamentöse Maßnahmen hilfreich sein: regelmäßige Bewegung, gute Schlafhygiene, Vermeidung von Alkohol, Koffein und Nikotin sowie das Absetzen von Medikamenten, die RLS verschlimmern können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kontrolle des Eisenhaushalts, da ein Eisenmangel die Symptome verstärken oder sogar auslösen kann. Wenn ein Mangel besteht, sollte er konsequent behandelt werden.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, werden Medikamente eingesetzt. Als Mittel der ersten Wahl gelten die Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin). Sie können die Symptome oft rasch lindern und den Schlaf deutlich verbessern. Allerdings muss man im Verlauf auf die mögliche Entwicklung einer Augmentation achten – das bedeutet, dass die Beschwerden trotz Therapie früher am Tag auftreten oder stärker werden.
Wenn Dopaminagonisten nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden, kommen Alpha-2-Delta-Liganden wie Gabapentin oder Pregabalin zum Einsatz. Sie sind besonders geeignet, wenn zusätzlich Schmerzen, Schlafstörungen oder Ängste bestehen. Ihr Vorteil ist, dass sie keine Augmentation verursachen, jedoch häufiger Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Schwellungen hervorrufen können.
In seltenen, besonders schweren Fällen, in denen andere Therapien versagen, können auch Opioide wie Oxycodon/Naloxon eingesetzt werden. Sie bessern die Beschwerden und verbessern den Schlaf, bergen aber Risiken wie Abhängigkeit und Nebenwirkungen. Deshalb gelten sie als Reservetherapie und werden nur unter enger ärztlicher Kontrolle verordnet.
Zusammengefasst gilt: Erste Wahl sind Dopaminagonisten, als Alternative stehen Alpha-2-Delta-Liganden zur Verfügung, und als Reserve können Opioide eingesetzt werden. Ergänzend sollten nichtmedikamentöse Maßnahmen und eine konsequente Behandlung von Eisenmangel immer Teil der Therapie sein. So lässt sich das RLS in den meisten Fällen gut kontrollieren, sodass die Patienten wieder erholsamer schlafen und ihre Lebensqualität verbessern können.