Was ist der Test? Der Test zum Figurenkopieren prüft die visuell-räumlichen Konstruktions- und Gedächtnisfunktionen. Er gehört zu den Standardaufgaben in der neuropsychologischen Diagnostik und orientiert sich am Prinzip des Rey-Osterrieth-Tests sowie am CERAD-Figurenkopier-Test. Ziel ist es, die Fähigkeit zu erfassen, komplexe Formen visuell zu analysieren, korrekt nachzuzeichnen und später aus dem Gedächtnis zu reproduzieren.
Wie läuft der Test ab? Dem Patienten wird eine komplexe geometrische Figur (z. B. ein Rechteck mit eingebetteten Linien, Kreuzen und diagonalen Strukturen) auf einem Blatt Papier vorgelegt. Zunächst soll die Figur möglichst genau abgezeichnet werden. Dabei werden Genauigkeit, Organisation und räumliche Anordnung bewertet.
Nach einer Pause von etwa fünf Minuten, in der eine andere Aufgabe durchgeführt wird, soll der Patient die Figur aus dem Gedächtnis reproduzieren. Die Aufgabe kann mit Papier und Bleistift durchgeführt werden und dauert insgesamt etwa 10 bis 15 Minuten.
Wie wird das Ergebnis beurteilt? Die Bewertung erfolgt anhand der Vollständigkeit, Formtreue und räumlichen Anordnung der Elemente.
Beim Kopieren werden visuell-konstruktive Fähigkeiten beurteilt – also die Fähigkeit, visuelle Informationen richtig wahrzunehmen und zu organisieren. Beim späteren Reproduzieren zeigt sich die visuell-räumliche Gedächtnisleistung: Wie viele Elemente und Strukturen bleiben nach kurzer Zeit im Gedächtnis abrufbar?
Eine erhaltene Kopierleistung, aber eine deutlich eingeschränkte Reproduktionsleistung deutet auf eine Störung der Gedächtnisspeicherung hin, wie sie typisch für die Alzheimer-Demenz ist.
Wie lange dauert der Test? Die reine Testzeit beträgt etwa 10 bis 15 Minuten. Der Test kann unabhängig oder im Rahmen einer umfassenderen neuropsychologischen Untersuchung (z. B. CERAD-ähnliche Testbatterie) eingesetzt werden.
Welche Vorteile hat der Test? Der Test liefert eine anschauliche und differenzierte Beurteilung der visuell-räumlichen Fähigkeiten und des visuellen Gedächtnisses. Er ist einfach durchführbar, kostengünstig und gut standardisierbar.
Gerade in der neurologischen Praxis in Willich bietet er wertvolle Hinweise bei Patienten mit Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen und unterstützt die Früherkennung einer möglichen Demenz.
Welche Grenzen hat der Test? Das Ergebnis hängt von mehreren Faktoren ab, etwa der motorischen Geschicklichkeit, Sehfähigkeit und Motivation des Patienten. Er sollte daher immer im Kontext anderer kognitiver Tests und der klinischen Gesamtsituation interpretiert werden.