NEUROLOGIE MIT HERZ
Modern. Ganzheitlich. Einfühlsam.

Was ist der Test? Die Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS) und die Wechsler Memory Scale (WMS) gehören zu den international am häufigsten eingesetzten Testverfahren zur Beurteilung kognitiver und mnestischer (gedächtnisbezogener) Leistungen bei Erwachsenen. Beide Tests sind modular aufgebaut und bestehen aus mehreren Untertests (Subtests), die verschiedene Funktionsbereiche erfassen. Während die WAIS primär zur Erfassung des allgemeinen intellektuellen Leistungsniveaus dient, zielt die WMS gezielt auf Gedächtnisfunktionen ab. Die Kombination beider Verfahren ermöglicht eine differenzierte Analyse von Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Lern- und Merkfähigkeit sowie exekutiven Fähigkeiten.

Wie läuft der Test ab? Der Test wird individuell in ruhiger Umgebung durchgeführt. Abhängig von der Fragestellung werden aus dem umfangreichen Pool der WAIS- bzw. WMS-Subtests jene ausgewählt, die für die jeweilige diagnostische Zielsetzung am besten geeignet sind.
Zu den häufig eingesetzten WAIS-Untertests zählen beispielsweise Zahlenspannen, Zahlensymboltest, Mosaiktest oder Gemeinsamkeiten finden, die Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit und logisches Denken prüfen. Die WMS beinhaltet dagegen Subtests wie Logisches Gedächtnis, Visuelle Reproduktion oder Zahlen-Buchstaben-Folgen, mit denen verbale und nonverbale Gedächtnisleistungen erfasst werden.
Während des Tests werden Ihnen Aufgaben gestellt, die entweder mündlich beantwortet oder mit Papier und Stift bearbeitet werden. Die Schwierigkeitsstufen steigern sich allmählich, um das individuelle Leistungsniveau möglichst genau zu bestimmen.

Wie wird das Ergebnis beurteilt? Die Auswertung erfolgt nach streng standardisierten Kriterien und basiert auf alters- und bildungsbezogenen Normwerten. Jede Aufgabe wird einzeln bewertet und in eine Punktzahl umgerechnet. Diese Werte werden anschließend zu Indexwerten zusammengefasst, die Rückschlüsse auf spezifische kognitive Bereiche zulassen – beispielsweise das Arbeitsgedächtnis, die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder das verbale Verständnis.
In unserer neurologischen Praxis in Willich werden die WAIS- und WMS-Subtests regelmäßig eingesetzt, um ein umfassendes Bild der kognitiven Leistungsfähigkeit zu erhalten. Sie helfen uns insbesondere dabei, Differenzialdiagnosen zwischen normalem Alterungsprozess, leichter kognitiver Störung und Demenz zu stellen oder kognitive Defizite nach neurologischen Ereignissen wie Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Traumata zu quantifizieren.

Wie lange dauert der Test? Die Dauer hängt von der Auswahl und Anzahl der eingesetzten Untertests ab. Eine vollständige WAIS-Untersuchung kann bis zu 90 Minuten dauern, während gezielte Teilauswertungen meist zwischen 20 und 45 Minuten beanspruchen. Die Gedächtnisteile der WMS sind ähnlich zeitintensiv, insbesondere wenn verzögerte Abrufaufgaben integriert sind. In der Regel werden die Tests so geplant, dass sie für Sie angenehm und nicht ermüdend sind.

Welche Vorteile hat der Test? Die WAIS- und WMS-Subtests bieten eine hohe diagnostische Genauigkeit und differenzierte Aussagekraft über verschiedene kognitive Teilleistungen. Durch die Kombination aus Leistungs-, Gedächtnis- und Verarbeitungstests lässt sich ein sehr genaues Profil individueller Stärken und Schwächen erstellen. Zudem sind die Verfahren international standardisiert und verfügen über umfangreiche Normdaten, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse verbessert. In der klinischen Praxis sind sie besonders hilfreich, um kognitive Veränderungen im Verlauf zu dokumentieren oder Therapieeffekte zu überprüfen.

Welche Grenzen hat der Test? Trotz ihrer hohen Aussagekraft sind die Wechsler-Tests mitunter zeitaufwendig und erfordern eine gute Konzentrationsfähigkeit. Sie setzen eine gewisse Kooperationsbereitschaft und Sprachverständnis voraus, weshalb sie bei Patienten mit ausgeprägten Sprachbarrieren oder schweren motorischen Einschränkungen nur eingeschränkt geeignet sind. Außerdem erfassen sie primär die Leistungsaspekte des Denkens und weniger emotionale oder motivationale Komponenten. In unserer Praxis in Willich berücksichtigen wir daher stets das gesamte klinische Bild – inklusive Anamnese, Verhaltensbeobachtung und ergänzender Tests –, um ein möglichst umfassendes und aussagekräftiges kognitives Profil zu erstellen.