Was ist der Test? Der Farb-Wort-Interferenz-Test (FWIT) ist ein psychologisches Verfahren zur Messung der kognitiven Kontrolle und der Fähigkeit zur Inhibition automatischer Reaktionen. Er basiert auf dem bekannten Stroop-Effekt, der beschreibt, dass es uns schwerfällt, eine Reaktion zu unterdrücken, wenn eine automatisch aktivierte Reaktion im Widerspruch zu einer geforderten Handlung steht. Im Test müssen Sie Farbwörter lesen oder Farben benennen, wobei die Aufgaben so gestaltet sind, dass sie Ihre Aufmerksamkeitssteuerung, Reaktionskontrolle und geistige Flexibilität fordern. Der FWIT wird häufig zur Untersuchung von exekutiven Dysfunktionen, frontalen Hirnfunktionsstörungen, ADHS, Depression oder Demenz eingesetzt.
Wie läuft der Test ab? Der Test besteht aus mehreren Teilaufgaben, die nacheinander bearbeitet werden. In der ersten Aufgabe lesen Sie einfach Farbwörter, wie „rot“, „blau“, „grün“ oder „gelb“, die in schwarzer Schrift gedruckt sind. Diese Aufgabe misst die automatisierte Lesefähigkeit. In der zweiten Aufgabe sehen Sie Farbkästchen oder Farbbalken und sollen deren Farbe möglichst schnell benennen. Das erfasst die Farbbenennfähigkeit. In der dritten und entscheidenden Aufgabe werden Farbwörter in abweichenden Farben präsentiert – beispielsweise steht das Wort „rot“ in blauer Schrift. Hier müssen Sie die Schriftfarbe benennen, ohne das geschriebene Wort zu lesen. Diese Bedingung erzeugt eine „Interferenz“, weil das automatische Lesen des Wortes mit der geforderten Aufgabe in Konflikt steht. Die Zeit, die Sie für jede Aufgabe benötigen, sowie eventuelle Fehler werden genau erfasst. In unserer neurologischen Praxis in Willich wird der Test meist mündlich durchgeführt, wobei die Reaktionszeiten mit einer Stoppuhr gemessen werden. Wir protokollieren die korrekte und fehlerhafte Antworten. So lässt sich präzise bestimmen, wie gut Sie störende Reize unterdrücken und sich auf relevante Informationen konzentrieren können.
Wie wird das Ergebnis beurteilt? Die Auswertung umfasst in der Regel die Bearbeitungszeiten und die Fehleranzahl in den einzelnen Testteilen. Aus der Differenz zwischen den Durchgängen wird die sogenannte Interferenzzeit berechnet, die zeigt, wie stark das Lesen der Wörter Ihre Farbbestimmung beeinträchtigt hat. Eine verlängerte Interferenzzeit oder erhöhte Fehlerquote deutet auf eine eingeschränkte Fähigkeit hin, automatische Reaktionen zu hemmen – ein häufiges Zeichen für exekutive Defizite oder frontal betonte Funktionsstörungen. Die Interpretation erfolgt anhand von Normtabellen, die nach Alter und Bildung differenziert sind. In unserer Praxis in Willich verwenden wir den FWIT häufig, um die frontalen Kontrollfunktionen zu prüfen – insbesondere bei Patienten mit Aufmerksamkeitsstörungen, depressiver Verlangsamung, leichten kognitiven Störungen oder Demenzen.
Wie lange dauert der Test? Die Durchführung des FWIT dauert etwa 5 bis 10 Minuten, je nach Anzahl der Durchgänge und Pausen. Die Auswertung kann unmittelbar im Anschluss erfolgen.
Welche Vorteile hat der Test? Der FWIT ist ein sehr sensitives und gut erforschtes Verfahren zur Erfassung der exekutiven Kontrolle. Er misst Prozesse, die vielen anderen Tests entgehen, insbesondere Inhibition, Konfliktverarbeitung und mentale Flexibilität.
Er ist leicht durchzuführen, erfordert wenig Material und kann sowohl schriftlich als auch mündlich administriert werden.
In der neurologischen Praxis Willich setzen wir ihn ein, weil er schnell durchführbar, diagnostisch aussagekräftig und gut in größere Testbatterien integrierbar ist, etwa in Kombination mit Aufmerksamkeits- oder Gedächtnistests.
Welche Grenzen hat der Test? Die Leistung im FWIT kann durch Sprachkenntnisse, Lesefähigkeit, Farbenblindheit, Müdigkeit oder psychomotorische Verlangsamung beeinflusst werden. Darüber hinaus erfordert der Test eine gewisse Konzentration und Sprachverständnis, weshalb er bei schweren kognitiven Einschränkungen oder Aphasie nur eingeschränkt geeignet ist. In der Praxis Willich wird der FWIT daher nur eingesetzt, wenn die allgemeinen Voraussetzungen für Sprach- und Farbverarbeitung gegeben sind.